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Wie & Wann kann man beim Rechnungskauf die Waren zurückgeben?

Jeder Kunde hat das Recht Waren innerhalb einer bestimmten Frist zurückzugeben. Das ist besonders bei Online-Bestellungen wichtig, da nicht selten die falsche Größe bestellt wird, oder aber die Produkte nicht den Erwartungen entsprechen. Dieser Zeitraum ist per Gesetzt definiert.

Das gesetzliche Widerrufsrecht beträgt 14 Tage. Innerhalb dieses Zeitraumes kann der Kunde ohne Angabe von Gründen die bestellte Ware an den Verkäufer zurückgeben. Viele Shopbetreiber ermöglichen Ihren Kunden aber eine verlängerte Rückgabemöglichkeit.

Hierbei handelt es sich nicht um defekte Artikel oder Mangelware. Auch wenn die Produkte nicht der Erwartung entsprechen kann man diese problemlos zurücksenden. Damit die Rückgabe rechtskräftig ist, muss die Absendung innerhalb der Widerrufsfrist erfolgen.

Als Sicherheit sollte der Versandbeleg aufbewahrt werden. Bei möglichen Turbulenzen mit der Bestellung hat man somit immer einen Nachweis für den Rückversand. Viele Kunden fragen sich jedoch, wer die Kosten für den Rückversand übernimmt.

Die gesetzliche Bestimmung

Vor geraumer Zeit wurde das Widerrufsrecht geändert. Bis 13. Juni 2014 waren die Onlineshops in Deutschland verpflichtet, die Kosten für eine Warenrücksendung innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist (14 Tage) zu übernehmen; bei folgenden Kriterien:

  • Falschlieferung oder mangelhaftes Produkt;
  • Warenwert der zurückgeschickten Artikel beträgt mindestens 40 EUR.

Das neue Widerrufsrecht

Seit dem 13. Juni 2014 gibt es ein neues Widerrufsrecht. Im Folgenden erläutern wir alle Neuerungen:

Widerruf einfach durch Warenrückgabe nicht mehr möglich

Bis zum 13.06.2014 war es möglich, das Widerrufsrecht durch eine Warenrückgabe geltend zu machen. Diese Möglichkeit ist mit dem neuen Widerrufsrecht nicht mehr gegeben. Nach neuer Rechtslage muss der Käufer den Widerspruch „erklären“. Aus der Erklärung muss sich eindeutig ergeben, dass der Käufer den Vertrag widerrufen will. Das Wort "Widerruf" muss nicht zwingend verwendet werden.

Es gibt kein Rückgaberecht mehr

Bis 13.06.2014 haben Shopbetreiber bei Vertragsschluss statt des Widerrufsrechts auch ein Rückgaberecht angeboten. Vielen Kunden, wahrscheinlich auch vielen Shopbetreibern, war der Unterschied oft nicht klar. Daher wird auf ein gesondertes Rückgaberecht in Zukunft verzichtet. Es gibt nur noch ein einheitliches Widerrufsrecht.

Widerrufsrecht für digitale Inhalte

Neu ist ein Widerrufsrecht für digitale Inhalte. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Daten per Download oder auf einem Datenträger bezogen werden.

Neues Widerrufsrecht gilt einheitlich in ganz Europa

Zwar gab es bis dato in jedem Land der EU ein Widerrufsrecht. Jedoch wurde dieses Recht in jedem Land anders ausgestaltet. Ab dem 13.06.2014 ist damit Schluss. Das neue Widerrufsrecht gilt dann einheitlich europaweit: 14 Tage, wenn ordnungsgemäß belehrt wurde bzw. 12 Monate und 14 Tage, wenn nicht oder nicht korrekt belehrt wurde.

Im Klartext bedeutet das neue Widerrufsrecht, dass die Kunden die Rücksendekosten selbst tragen. Jedoch übernehmen viele Shops trotz dieser Klausel die Kosten für den Rückversand. Oft liegen schon "Retourscheine" in der Lieferung. Vor allem im Fashion-Bereich und bei Schuhen gehören Retouren zum Tagesgeschäft. Ohne kundenfreundliche Lösungen würden man nur die Konkurrenz stärken. Im Zweifelsfall sollte man immer zuerst beim Shop nachfragen. So spart man Geld und unnötigen Ärger.

Wie funktioniert die Abwicklung?

Für den kostenlosen Rückversand sollten Sie den vorgegebenen Ablauf des Online-Shops einhalten. Alle notwendigen Informationen werden auf der Shopseite veröffentlicht. Oft liegen die Retourenscheine/Retourenaufkleber der Lieferung bei. Oder man kann sich diese ausdrucken. Einige Anbieter verschicken diese auch per E-Mail. Danach kann das Paket zum genannten Versandunternehmen gebracht oder abgeholt werden..

Was sind die Ausnahmen vom Widerrufsrecht?

Es gibt einige Ausnahmen die eine Rückgabe auschliessen. Folgend sehen Sie die Ausnahmen, die von der Rücknahme ausgeschlossen sind:

  • nach Kundenspezifikation angefertigt – z.B. individuell bedruckte oder personalisierte Artikel
  • schnell verderbliche Waren – z.B. Lebensmittel oder Blumen
  • Software, CDs, DVDs, Blurays etc. - sofern Verpackung geöffnet bzw. Siegel entfernt wurde

Rechnungskauf ist praktisch bei Retouren

Rechnungskauf-Retouren

Rechnungskauf wird häufig bei Retourenabsicht genutzt

In einer Studie des ECC Köln zum Thema "Payment im E-Commerce Vol. 19 - Der Internetzahlungsverkehr aus Sicht der Händler und der Verbraucher“ wird festgestellt, dass Online-Kunden verschiedene Zahlungsarten je nach Situation und Absicht nutzen.

Nach wie vor gehören PayPal, Lastschrift und der Rechnungskauf zu den beliebtesten Bezahlformen der Deutschen im Internet.

Jedoch haben die Online-Kunden nicht "ausschließlich" eine Zahlungsart der sie vertrauen; vielmehr wird die Zahlungsart situationsabhängig gewählt. Erwartet der Kunde eine Retoure, welches oft bei Mode und Schuhen vorkommt, wird gewöhnlich zum Rechnungskauf gegriffen. 46,2% der Kunden nutzen den Kauf per Rechnung wenn eine Retoure möglich ist. Ist die Retoure sicher eingeplant, vertrauen 41,1% dieser sicheren Bezahlmethode.

Kreditkarte bei Dienstleistungen beliebt

Das die Aussage nach der bevorzugten Zahlungsart nicht pauschaliert werden kann, sieht man beim Kauf von Dienstleistungen wie Tickets oder Reisen; hier neigen die Kunden zur Kreditkarte. Obwohl im Gesamtdurchschnitt nur 17% aller Käufe über die Kreditkarte getätigt werden, sind es beim "Kauf von Dienstleistungen" sage und schreibe 45%.

Paypal ist Favorit im M-Commerce

Kauft der Kunde per Smartphone ein, wird Paypal bevorzugt. Im sog. M-Business konnte sich Paypal bei den deutschen Online-Kunden etablieren; rund ein Drittel aller Bestellungen mit dem Handy werden mit dieser Zahlungsart abgewickelt. Beim Kauf per PC bzw. Laptop liegt dieser Wert bei 24%.

Unser Fazit:

Bei der Zusammenstellung des "Payment-Angebots" sollten die Online-Händler gewisse Punkte beachten: wie hoch ist der "mobile Anteil" an Verkäufen, welche Produktgruppen werden angeboten und wie hoch ist das Retourenaufkommen.

Rechnungskauf wird häufig bei Retourenabsicht genutzt

Letzte Änderung Samstag, 13 Oktober 2018 19:16
Franzi Heine
Franzi Heine

Hallo liebe Besucher meines Profils,

ich heiße Franzi Heine und bin seit fast 5 Jahren Teil des kauf-auf-rechnung24 Teams.

Solltet Sie Fragen zu meiner Person oder zu meinen Beiträgen haben, schreiben Sie mir einfach.

Ihre Franzi Heine

2 Kommentare

  • Kommentar Link Administrator Donnerstag, 25 Januar 2018 21:35 geschrieben von Administrator

    Hallo Herr Mustermann,

    jeder Onlineshop hat seine eigenen AGB`s. Lesen Sie diese bitte durch! Wieso zu spät geliefert? Kontaktieren Sie diesbezüglich direkt den Shop!

    Ihr kauf-auf-rechnung24 Team

  • Kommentar Link max mustermann Mittwoch, 24 Januar 2018 12:57 geschrieben von max mustermann

    Also ich finde es komisch, dass eine Ware erst vierzig Euro kosten muss damit der Verkäufer sie zurück nimmt.Ich sehe nicht ein für ein Produkt das zu spät geliefert wird und dann auch noch total bescheiden verarbeitet wurde und ich soll dafür auch noch zahlen.Ne Danke.

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