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Zahlungsarten im deutschen E-Commerce

Wir haben die wichtigsten Kennzahlen aus aktuellen Studien rund um das Thema "E-Commerce Payment" in Deutschland gebündelt und in Info-Grafiken zusammengefasst. Sie erhalten die relevanten Kennzahlen im Detail inklusive Quellenangaben in der jeweiligen Infografik.

Was auf den ersten Blick ein wenig verwundert, jedoch eingefleischte "Bezahl-Experten" nicht wirklich überrascht ist, dass PayPal inzwischen den Rechnungskauf in der Gunst der Online-Konsumenten knapp überholt hat und somit die beliebteste Zahlungsart im deutschen Online-Handel ist.

Zu den "5 bekanntesten Online-Zahlungssystemen" gehören neben PayPal, Amazon Payments, giropay, clickandbuy und Sofortüberweisung.

Conversion-Killer No. 1 ist aus Kundensicht die "falsche Zahlungsart". 49,9% der deutschen Konsumenten brechen einen Online-Kauf ab, wenn der Händler die bevorzugte Zahlungsart nicht anbietet. Dabei wird von "Smartphone-Kunden" der Kauf per Lastschrift favorisiert.

Besonders interessant ist die Abhängigkeit des Warenkorbwertes von der jeweiligen Zahlungsart. Der durchschnittliche Warenkorbwert beim Rechnungskauf beträgt 137€; hier ist der Ratenkauf "einsame Spitze" mit einem durchschnittlichen Warenkorbwert von 406€.

Zahlung im deutschen E-Commerce aus Konsumentensicht

Zahlung im deutschen E-Commerce aus Konsumentensicht

Zahlung im deutschen E-Commerce aus Händlersicht

72% der Online-Händler bieten allen Kunden die gleichen Zahlungsarten an; bei 28% werden den Kundengruppen unterschiedliche Bezahlmethoden angeboten. Dabei werden Kennzahlen wie Bestellhistorie, Bonitätsprüfung (extern & intern), Warenkorbwert und Retourenhäufigkeit beim Checkout- Prozess berücksichtigt.

Durchschnittlich werden in deutschen Online-Shops 5,3 verschiedene Zahlungsverfahren angeboten. Dabei gelten Ratenkauf, Nachnahme und der Rechnungskauf über einen externen Rechnungskauf-Dienstleister zu den "teuersten" und Vorkasse, Lastschrift und Sofortüberweisung zu den "günstigsten". Dabei ist der prozentuale Anteil des Rechnungskaufs am Umsatz des deutschen E-Commerce mit 29% am "höchsten".

41% der befragten Händler verzichten grundsätzlich auf 3D-Secure. Dabei beträgt der E-Commerce-Umsatz der repräsentierten Unternehmen 12,1 Mrd. EUR.

Zahlung im deutschen E-Commerce aus Händlersicht

So zahlen die Online-Käufer in Deutschland

Der Payment-Anbieter paymorrow hat das Zahlungsverhalten seiner Kunden analysiert. Demnach bezahlen rund 3/4 der Käufer (71,36%) ihre Rechnung pünktlich in den ersten 14 Tagen nach Rechnungserhalt. Jedoch lässt sich jeder 10. bis zum Mahnverfahren Zeit. 6,02% der Käufer warten bis zur 1. Mahnung, bezahlen jedoch vor Erhalt der 2. Mahnung. 3,1% wartet sogar die 2. Mahnung ab, zahlen jedoch vor Einleitung des Inkasso-Verfahrens. 0,56% der Käufer bezahlen den fälligen Betrag erst während des Inkasso-Verfahrens.

Zudem wurde festgestellt, dass deutsche Online-Kunden die fällige Rechnung im Durchschnitt am 9. Tag nach Rechnungserhalt begleichen. Die Online-Käufer in Deutschland setzen nicht nur auf Pünktlichkeit, sondern halten auch am bewährten Standard fest; 30 Mal mehr Bestellungen wurden während der paymorrow Studie über die etablierte Zahlungsart Rechnungskauf im Vergleich zum Lastschriftverfahren abgewickelt.

Für die Studie hat paymorrow 36.000 Rechnungen mit einem Zahlungsziel von vierzehn Tagen ausgewertet. Hierzu ein Kommentar vom paymorrow-Geschäftsführer André Boeder:

Es ist vor allem die Sicherheit, die die Deutschen am Rechnungskauf schätzen. Das Erteilen von Bankeinzugsermächtigungen an Unternehmen schreckt viele Käufer immer noch ab. Online-Händler, die das Zahlen auf Rechnung anbieten, können sowohl Kaufabbrüche vermeiden, als auch die Kundenzufriedenheit steigern und damit erheblich ihren Umsatz erhöhen

So zahlen die Online-Käufer in Deutschland

Kauf auf Rechnung weiterhin auf Platz 1

Laut der EHI-Studie „Online-Payment 2018“ bezahlen deutsche Kunden ihre Onlinekäufe immer noch bevorzugt nach Erhalt der bestellten Artikel. Obwohl der Rechnungskauf unter die 30%-Marke fällt, bleibt der Kauf per Rechnung weiterhin die umsatzstärkste Zahlungsart im E-Commerce. Auf Platz 2 liegt das Lastschrift-Verfahren mit 20,1% vor PayPal, welches mit 19,9% den 3. Platz einnimmt. Die Kreditkarte verliert Umsatzanteile und liegt mit 11% leicht abgeschlagen auf dem 4. Platz.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bezahlung per Rechnung um 2,5% gefallen, obwohl rund 76,1% der Top-1.000 Online-Shops dieses Zahlungsmittel anbieten. Das sind ungefähr 10% mehr Online-Händler als noch im Jahr 2016. Dennoch hält der Rechnungskauf mit 28% Marktanteil weiterhin seine Position als beliebteste Zahlungsart. Hierfür hat die Online-Payment-Expertin Caroline Coelsch eine Erklärung:

Vermutlich finden sich die eingebüßten Umsatzanteile des Rechnungskaufs in anderen Optionen zum späteren Rechnungsbegleich wieder, wie beispielsweise dem E-Wallet Paypal.

Paypal gewinnt Umsatzanteile, Kreditkarte büßt ein wenig ein

Paypal konnte nämlich seinen Anteil um 2% gegenüber dem Vorjahr ausbauen. Die Kreditkarte hat auch rund 1,1% eingebüßt – 2016 lag der Umsatzanteil noch bei 12,2%.

EHI-Studie Online-Payment 2018

Die Zukunft zahlt bargeldlos

Laut einer bitkom-Umfrage sieht die "Zukunft des Bezahlens" bargeldlos aus. Dabei sehen die deutschen Finanzexperten die "Zahlung per Smartphone" vor dem elektronischen Lastschriftverfahren und dem Bargeld.

Lediglich Kreditkarten- und Debitkartenzahlung werden nach Einschätzung der 102 befragten Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder von Finanzunternehmen vor der "Smartphone-Zahlung" liegen; hierbei waren Mehrfachantworten möglich. Bargeld und der Rechnungskauf spielen im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland eine überdurchschnittlich große Rolle.

Daher ist bei dieser "Zukunftsstudie" verwunderlich, dass diese begehrten Zahlungsarten bei den Geschäftsführern bzw. Vorstandsmitgliedern abgeschlagen auf Rang 5 und 7 liegen. Smartphone-Bezahldienste wie "Apple Pay" scheinen jedoch aktuell immer noch Skepsis bei Banken und Händlern zu verursachen.

Die Zukunft zahlt bargeldlos

Franzi Heine
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